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Sozialverbände warnen vor Kita-Kollaps

Wir unterstützen die Aktionswoche „Black Week“ der NRW-Sozialverbände. Unter dem Motto „NRW bleib sozial“ machen sie auf die Finanzierungslücken durch das Land und weitere Missstände aufmerksam.

Die Kindertageseinrichtungen in NRW sind massiv unterfinanziert – und die CDU-geführte Landesregierung lässt die Sozialverbände finanziell im Regen stehen. Darauf haben die Sozialverbände in NRW bereits im Oktober 2023 bei einer großen Demonstration vor dem Landtag hingewiesen. Inzwischen warnen Vertreter der verbände offen vor einem Kita-Kollaps. „Wohin das führt, mussten Eltern auch in Neuss schon erleben“, sagt Nadine Baude, unsere Sprecherin im Jugendhilfeausschuss. So hat die Stadt Ende April berichtet, dass neun Kita-Gruppen zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb waren. Schon Ende Dezember 2023 hatte die Neuss-Grevenbroicher Zeitung über einen zu dem Zeitpunkt bereits seit drei Monaten bestehenden Betreuungsnotstand an der Kindertagesstätte Regenbogen in Gnadental berichtet.

Die Wohlfahrtverbände in Nordrhein-Westfalen haben daher nun die „Black Week“ ausgerufen. Unter dem Motto „NRW bleibt sozial“ fordern sie mehr Qualität der frühkindlichen Bildung, eine auskömmliche Finanzierung, weniger Bürokratie und bessere Arbeitsbedingungen. „Wir unterstützen die Forderung der Sozialverbände uneingeschränkt und handeln in der Stadt Neuss“, sagt Nadine Baude. „Die CDU-geführte Landesregierung darf unsere Kitas nicht in Personalnot, Überlastung, Unterbesetzung und Unterbezahlung untergehen lassen“, so Baude.

Anders als das Land NRW übernimmt die Stadt Neuss bereits Verantwortung. Ende 2023 hat der Stadtrat auf Vorschlag von Bürgermeister Reiner Breuer die städtischen Förderleistungen für Jugend- und Sozialeinrichtungen erhöht. Zudem gibt eine „Dynamisierung der Förderleistungen“ in den kommenden drei Jahren den Sozialverbänden Sicherheit, dass die Zuschüsse weiter erhöht werden. „Derzeit ist die Stadt mit den Sozialverbänden auch in weiteren Gesprächen über die Kita-Finanzierung – und auch wir werden die Gespräche mit den Sozialverbänden fortsetzen“, sagt Nadine Baude.

Zur Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände in Neuss haben sich Awo, Caritas, Paritätischer, Deutsches Roten Kreuz, Diakonie, Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und Sozialdienst katholischer Männer (SkF) zusammengeschlossen. Diese Träger organisieren einen Großteil an sozialen Angeboten in Neuss, betreiben Kitas, den offenen Ganztag und weitere Angebote. „Ohne diese Organisationen würde es auch keine soziale Großstadt Neuss geben“, so Nadine Baude abschgließend.